Mein alter Hund wird wieder zum Welpen

Als mein alter Hund wieder zum Welpen wurde.

 

 Alter Hund

Schon seit einiger Zeit beobachtest du, dass dein alter Hund nicht mehr der Alte ist. Sein Verhalten ändert sich zwar langsam aber auffallend deutlich und du musst diesen Veränderungen viel Aufmerksamkeit schenken.

Langsam, langsam, still und leise verengen sich die Lebenskreise.

Dein Hund nimmt nicht mehr so aktiv wie früher an seiner Umwelt teil. Seine Spiel- und Kampffreude mit anderen Artgenossen versiegt. Er bindet sich immer mehr an dich und seine Selbstsicherheit lässt nach. Von dir und deiner Familie braucht er jetzt mehr Zuwendung, Rücksicht, Pflege und Hilfe als früher.

Jetzt ist er mehr denn ja auf deine Zuneigung angewiesen, will gestreichelt werden und dass du viel mit ihm redest.  Er hat nicht mehr die Energie und Spannkraft, seinen früheren Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen. Dadurch lässt seine Lebhaftigkeit immer mehr nach.

Auch die geliebten Spaziergänge im Wald und auf den Wiesen reduzieren sich immer mehr. So sensibel wie er auf Liebe und Interesse an ihm reagiert, empfindet er Ablehnung und Kritik umso schmerzlicher.

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Das Altern deines Hundes ist für dich genauso eine Lebenserfahrung wie dein eigenes Altern. Die Einstellung dazu bestimmt deine Beziehung zu deinem Hund in dieser Lebensphase. Deine Einstellung zum Altern wird auf den Hund abfärben. Bei einer eher pragmatischen Einstellung wird dein Hund diese als wohltuend empfinden.

Er wird zufrieden sein, sich geborgen fühlen und dein Vertrauen annehmen, sich also nicht zurückgewiesen oder alleingelassen fühlen. Achte darauf und sorge dafür, dass seine Lebensqualität so hoch wie möglich bleibt. Sie ist wirklich wichtiger als die reine Lebensdauer.

Die Lebensdauer wird beeinflusst z.B. von Pflege, Ernährung und den Lebensumständen. Auch die Rasse ist ausschlaggebend. Große Hunde altern schneller als kleinere. Die Langlebigkeit deines Hundes wird von zwei Hauptfaktoren bestimmt: Erblichkeit und Umwelt. Beide beinhalten wiederum viele Aspekte. Je weniger Stress dein Hund erlebt, umso günstiger wird dies seine Lebensdauer beeinflussen. Gute, das heißt richtige Fütterung unterstützt eine positive Tendenz.

Dein alter Hund verdient auch Rücksichtnahme bei dem, was du von ihm noch erwartest. Bei Trainings oder Arbeitsprüfungen solltest du gut beobachten, ob du ihn nicht unnötig überforderst. Respektiere seine bisherigen Leistungen und Erfolge und achte darauf, dass ihm der Spass erhalten bleibt.

Auch bei uns Menschen ist es wichtig, dass wir unsere bisherigen Erfolge akzeptieren und uns nicht mehr unnötig mit unrealistischen oder unerreichbaren Zielen belasteten. Sei deshalb selber zufrieden mit dem was du erreicht hast und genieße die Erfolge aus vergangenen Tagen.

Alter Hund

Bewahre deinen Hund genauso wie dich selber vor überzogenen neuen Leistungsforderungen, die im Alter nicht mehr erreichbar sind und dieses umso schmerzlicher erleben lassen. Frust und Unzufriedenheit sind keine Lebensqualität. Du musst wissen wann es Zeit ist, deinen Hund genauso wie dich selber in „Pension“ zu schicken.

Egal ob er noch Gewinner ist oder nicht. In der Regel sollte dies spätestens ab dem achten Lebensjahr deines Hundes umgesetzt werden, um ihm unnötige Aufregungen ersparen. Bei großen Rassen beginnt ab dem siebten Lebensjahr die Lebensphase des Alterns.

Einige Hunde altern schneller als andere. Riesenrassen, wie z.B. der Bernhardiner haben eher eine kürzere Lebensdauer. Man kann sie mit acht Jahren als alt bezeichnen, während andere Sorten erst ab dem dreizehnten Lebensjahr dieses Prädikat verdienen. Allerdings kann auch eine genetische Veranlagung zu einem verfrühten Alterungsprozess, z.B. durch Krankheiten oder beschleunigten Zellabbau, beitragen.

Dann altert dieser Hund schneller als seine Artgenossen. Umso wichtiger ist es deshalb, auf eine gute Ernährung zu achten, damit durch eine falsche Ernährung dieser Prozess nicht begünstigt wird.

Alter Hund

Wie schon erwähnt, zeigt sich der Alterungsprozess durch eine Abnahme der Aktivitäten. Der Organismus ermüdet schneller und nützt sich langsam aber stetig ab. Wenn du deinen Hund bisher als aktiven Kerl erlebt hast, dann solltest du dich auf diesen Prozess einstellen und ihn aufmerksam beobachten.

Du musst deine Pflege und die alten Gewohnheiten langsam an das Altern anpassen. Sei besonders aufmerksam, denn die Veränderungen im Verhalten deines Hundes sind oft subtil. Auf Dinge die ihm früher nichts ausgemacht haben, reagiert er im Alter empfindlicher. Er kann auch Gefahren, die auf ihn zukommen nicht mehr so schnell einschätzen. Seine Vorwarnzeiten verkürzen sich, so dass er mehr Überraschungen ausgesetzt ist.

Wie alte Menschen kann er durch seine Gebrechen, Schwächen und Einschränkungen etwas mürrisch werden. Wenn du selber noch vor Gesundheit strotzt, wird es dir schwerer fallen, dich in deinen Hund hineinzuversetzen, als wenn du dich selber mit Einschränkungen arrangieren musst.

Einfühlungsvermögen in deinen Hund ist gefragt, nur so können unangenehme Zwischenfälle vermieden werden. Wenn du mehr Rücksichtnahme übst, wird sich die Laune deines Freundes heben und seine Unsicherheit sich vermindern. Das wird er dir danken und du siehst es ihm an.

Obwohl die Bewegung deines Hundes nachlässt, darfst du die Spaziergänge nicht vernachlässigen. Sie sind wichtiges Muskeltraining und bremsen den Muskelabbau. Außerdem musst du auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr achten, die damit verbunden ist. Sauerstoff wirkt regenerierend und steigert die Vitalität. Aktiviere deinen Hund im richtigen Maß. Bewegung ist das Allerbeste für ihn, aber überfordere ihn nicht. An jungen und aktiveren Hunden darfst du ihn nicht messen. Wenn du das beachtest, steigerst du seine Lebenserwartung.

Achte bei den Spaziergängen mit deinem alten Hund auf extreme Wettersituationen. Sowohl starker Regen als auch brennende Sonne verkraftet er schlecht und sein Organismus hat Probleme mit der Wärmeregulation.

Alter Hund

Zuhause musst du auf seine Routine achten, sie bietet ihm Sicherheit. Erhalte ihm seinen Lieblingsplatz. Wenn die Sehkraft nachlässt, orientiert er sich mehr an den Gerüchen als Wegweiser. Ein neuer Platz kann ihn irritieren und verunsichern, so dass er sich mehr an dir orientiert. Es ist eine Balance zwischen Gewohntem und neuen Herausforderungen.  Alte Gewohnheiten können Sicherheit verschaffen, neue Gegebenheiten können ihn aktivieren. Du musst einfach ein Auge darauf haben, wie es ihm bekommt und wie es sich auf ihn auswirkt. Wenn du das Gefühl hast, dass es ihn überfordert und er leidet, dann lasse ihm seine Ruhe mit unnötigen Veränderungen.

Sollte seine Sehkraft ganz ausfallen, dann führe ihn stets an der Leine aus, das schützt ihn vor unnötigen Unfällen.

Übrigens sollten alte Hunde nicht mehr im Freien schlafen. Zwinger und Hundehütten sind nicht mehr geeignet. Im Winter wird er die Wärme in der Nähe der Heizung genießen und im Sommer sollte er sich an einen kühlen Platz zurückziehen können.  Wind und Wetter schaden ihm jetzt.

Alter Hund

Bei der Ernährung musst du seinem veränderten Verhalten Rechnung tragen. Hält er sich vermehrt im Hause auf, dann verbraucht er weniger Energie und nimmt schneller an Körpergewicht zu. Verfettung ist eine schlimme Folge. Deshalb müssen in diesem Fall die Portionen reduziert werden. Achte auf die richtige Diät. Seine Nahrung muss von hoher  Qualität sein. Lieber kleinere Portionen und dafür häufiger. Nahrungsergänzungsmittel in Form von Vitaminen und Spurenelementen können hilfreich sein. Stelle die Nahrung aber langsam um. Zuckerhaltige Nahrung, Konservierungsstoffe sowie Glutamat sollten vermieden werden. Versorge deinen Hund mit natürlicher Kost.

 

Besondere Aufmerksamkeit fordern die Zähne und das Zahnfleisch des alternden Hundes. Sonst droht Zahnfleischentzündung, Kieferknochenabbau und Zahnverlust.  Am besten sollten die Zähne alle zwei oder drei Tage gründlich geputzt werden. Dafür gibt es spezielle Hundezahnpasta. Verwende eine spezielle Zahnbürste. Es tut aber auch ein mit Salzlösung getränktes Tuch. Hunde entwickeln unterschiedlich stark Zahnstein. Lass diesen unbedingt regelmäßig vom Tierarzt entfernen und eine professionelle Zahnreinigung durchführen. Auch mit der Nahrung kannst du auf den Erhalt der Zähne deines Hundes achten, durch vermehrten Zusatz von richtigen Vitamine, Enzymen und Mineralstoffen. Lasse dich auch dabei vom Tierarzt deines Hundes beraten. Jeder Hund braucht eine speziell auf ihn zugeschnittene Diät.

 

Gerade weil dein Hund dir ein so langjähriger und treuer Wegbegleiter war, hat er im Alter deinen vollen Respekt und deine ganze Zuwendung verdient.  Lasse ihm viel Liebe, Zuneigung und volle Aufmerksamkeit zukommen und registriere jede Veränderung an ihm. Das schuldest du ihm für die vielen Jahre der Freude, die er dir geschenkt hat.  So wirst du ihm einen angenehmen Lebensabend verschaffen.

 

Viel Erfolg wünscht dir und deinem Hund

Jürgen

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